Ist ReqSuite® RM wirklich so intuitiv?

Einfache Bedienbarkeit oder gar User Experience sind heute zentrale Merkmale für die Akzeptanz und den Erfolg von Softwareprodukten. Nicht nur deshalb behauptet quasi jeder Softwarehersteller, dass seine Lösungen einfach und intuitiv zu bedienen seien und es kaum Zeit und Mühe bräuchte, um damit produktiv arbeiten zu können. Bestärkt durch positives Kundenfeedback werden entsprechende Behauptungen dann gerne auch für Marketingzwecke verwendet.

Auch wir von OSSENO erhalten von unseren Kunden und Testnutzern immer wieder positives Feedback zur Intuitivität und zugleich beachtlichen Mächtigkeit unserer Anforderungsmanagement-Software ReqSuite®. Doch sind solche Aussagen wirklich belastbar, wenn es sich dabei um Personen handelt, die sich intensiver bereits mit unserer Lösung oder anderen RM-Tools auseinandergesetzt haben?

Um dieser Frage nachzugehen wollten wir deshalb ein Experiment starten, um in kontrollierter Umgebung eine Gruppe wirklich unbedarfter Personen mit unserer ReqSuite® zu konfrontieren. Im Wintersemester 2018/2019 haben wir deshalb im Rahmen der Vorlesung „Requirements Engineering“ an der TU Kaiserslautern die Übung zu RM-Tools begleitet.

18 Studierende wurden gebeten, anhand eines strukturierten Arbeitsskriptes mit 40 Schritten typische RM-Aktivitäten, angefangen von der Anlage von Anforderungen über die Pflege von Beziehungen bis hin zur Verwaltung von Baselines und Sichten, durchzuführen. Die Studierende hatten zuvor zwar ein Vorlesungsmodul zu Requirements Management besucht, selbst aber noch nie mit einem RM-Werkzeug gearbeitet. Auch eine Vorstellung und Schulung unserer ReqSuite® fand vorab nicht statt; die Studierenden wurde quasi „ins kalte Wasser geworfen“ und sollten sich zunächst selbst in die Software einfinden.

Insgesamt stand ein Zeitraum von 80 Minuten zur Einarbeitung und Bearbeitung der Aufgaben zur Verfügung. 13 Studierende (72 %) konnten in diesem Zeitraum alle Aufgaben vollständig bewältigen. Die Korrektheit der durchgeführten Arbeitsschritte lag bei allen Teilnehmern jeweils über 95%.

In einem Feedback-Fragebogen wurden die Studierenden abschließend um eine Bewertung von ReqSuite® auf der Likert-Skala mit den Antwortmöglichkeiten „sehr einfach“, „eher einfach“, „eher schwierig“, „sehr schwierig“ sowie um eine Freitextbewertung der empfundenen Stärken und Schwächen gebeten. Außerdem sollten sie angeben, mit welchen Aufgaben Probleme bestanden.

Auf die Frage, wie einfach es war, die für die einzelnen Aufgaben benötigten Funktionen zu finden, antworteten drei Studierende „sehr einfach“, 13 Studierende „eher einfach“ und zwei Studierende „eher schwierig“ (siehe graue Balken in Abbildung 1). Die Frage, wie einfach die Durchführung der RM-Aufgaben selbst war, wurde sogar noch etwas besser beantwortet. Hier gaben fünf Studierende „sehr einfach“ und die übrigen 13 „eher einfach“ an (siehe grüne Balken in Abbildung 1).

Abbildung 1. Feedback der Studierenden

Bei der Freitext-Frage „Was mögen Sie an ReqSuite®?“ erwähnten elf Studierende Usability-Eigenschaften wie „easy to use“, „intuitiv“, „leicht verständlich“ und „übersichtlich“, während die übrigen sieben Studierenden funktionale Aspekte wie die Export- und Importmöglichkeiten oder die Assistenzfunktionen hervorhieben.

Auf die Frage, was weniger gut empfunden wurde, wurde fast ausschließlich die Auffindbarkeit einzelner Funktionen genannt, womit auch objektiv die meisten Probleme während des Experiments zu beobachten waren. Dies waren die Funktion zum Durchführen eines Versionsvergleiches, die zur Wiederverwendung aus externen Projekten und die zur Massenbearbeitung von Anforderungen. Sieben bzw. acht Studierende konnten diese drei Funktionen erst nach einem Hinweis durch den Übungsleiter finden.

Alles in allem hat sich durch das Experiment jedoch unsere Behauptung bestätigt, dass ReqSuite® RM ein intuitives und dennoch mächtiges RM-Tool darstellt. Obwohl nämlich im Rahmen der Vorlesungsübung die Funktionalitäten eines RM-Werkzeugs hätten im Vordergrund stehen sollen, wurden auf die Frage, was am Tool gefällt, überwiegend die einfache und intuitive Bedienbarkeit genannt. Dies bescheinigt, dass die Usability von ReqSuite® etwas ist, was auch erstmaligen und unerfahrenen Anwendern direkt positiv auffällt.

Selbstverständlich werden wir dennoch auch die negativen Eindrücke als Ansporn nehmen, schnellstmöglich unsere ReqSuite® noch weiter zu optimieren.

Sebastian Adam
Sebastian Adam
Dr. Sebastian Adam ist Geschäftsführer der OSSENO Software GmbH und operativ für die Bereiche Produktinnovation und Marketing verantwortlich. Vor seiner Zeit bei OSSENO arbeitete er 10 Jahre lang als Berater, Wissenschaftler und Teamleiter für Requirements Engineering am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE). Dr. Adam hat bereits mehrere Duzend Unternehmen begleitet und verfügt über branchenübergreifende Best Practices bezüglich der Einführung und Durchführung von Requirements Engineering.